Der Harz: Fichten Plantage oder Wald ?

Der Harz ist bekannt für seinen Bergbau und ist ein Weltkulturerbe. Der Harz war mehrere Jahrtausende lang ein wichtiger Faktor zur Gewinnung von Kohle, Silber und anderem. Im Jahr 1992 schloss auch das letzte Bergwerk seine Pforten. Heutzutage kann man z.B. im Museum Rammelsberg in Goslar auch einen Teil des Schachtes Samson besichtigen. Das habe ich als Schüler auch gemacht, das Ganze ist wirklich sehenswert. Sehr spannend und definitiv einen Besuch wert – wie eine Zeitreise in eine andere Welt. Doch der Bergbau bedeutete auch, dass viel Holz gebraucht wurde, dadurch kam es dazu das 60 – 80 % des Waldes aus schnel  lwachsenden Fichten ( die Quellen für diese Zahlen sind sehr unterschiedlich) besteht.

Es gibt allerdings einige Gebiete in denen der Wald wieder so werden soll, wie er einst war. Es gibt verschiedene Naturentwicklungs Zonen  in denen der Wald wieder naturnah aufgebaut wird und nicht mehr einer Fichten Plantage gleichen soll. Der Borkenkäfer fühlt sich in den Fichten Plantagen jedenfalls sehr wohl und was er anrichtet ist in vielen Bereichen sehr deutlich zu erkennen.

Einen Wald wieder zum Wald zu machen braucht eben Zeit, zum einen kann man ja nicht einfach 80% abholzen (das würde alles nur noch mehr verdichten) und dann mal gucken was passiert. Zum andern gibt es auch viele Jobs die daran hängen, immerhin ist der Tourismus ja hier wirklich wichtig.

Und was ist jetzt ?

Aktuell führt das dazu, dass an einigen Stellen durch die Veränderung des Klimas größere Flächen eine größere Umstrukturierung durchmachen. Die Fichten fallen bei den Windgeschwindigkeiten dann auch recht schnell um, sie sind halt der Reihe nach gepflanzt, ungefähr gleich alt und ähneln einer Plantage. In der Dokumentation “die Geheime Sprache der Wälder” spricht Förster Peter Wohlleben das Thema auch an. Er hat auch erkannt, dass Bäume eine soziale Gemeinschaft bilden, sich untereinander helfen und manche Bäume mutiger sind als andere. Diese Erkenntnisse sind aber im wirtschaftlichen Forsten noch nicht so richtig angekommen. Auch die Rehe und andere Wildtiere werden hier nur als wirtschaftlicher Faktor gesehen.

In vielen Bereichen wird nun immer deutlicher sichtbar das der Harz einen Wandel braucht, weg von der Wirtschaft und wieder hin zum Urwald. Aktuell gibt es nur 2-3 % ( in manchen Quellen wurden sogar nur 0,7% erwähnt) die naturbelassen sind. Es spricht also viel dafür von einer Plantage zu sprechen und nicht von einem Wald. Als 2018 der Hambacher Forst dem Bergbau weichen musste ging es einige Zeit durch die Medien und hat trotzdem nicht viel genützt.

Auf diesem Bild habe ich den Wurzelteller einer umgestürzten Fichte fotografiert. Direkt fällt auf wie klein er ist und das er nicht sonderlich tief gewachsen ist und vielleicht einen Meter war das Loch tief. Durch die Arbeit mit schweren und starken Fahrzeugen mit dennen der Wald bewirtschaftet wird, verdichtet sich auch der Boden immer mehr. Es gibt nicht genug organische Masse die das Ganze wieder auflockert. Fichten haben Nadeln und es fehlt am Laub von z.B. Birken. Da Birken aber nicht so wirtschaftlich sind wurden diese auch nach und nach weniger. Das Ganze soll sich ja nun zumindest an einigen Stellen wieder ändern.

Der Wald kann auch ohne Bewirtschaftung sehr gut leben. Das tut er schon viel länger als wir Menschen mit Kettensägen und immer größeren Maschinen das Ganze so umgestalten wie es für uns am nützlichsten ist. Ich weiß nicht ob wir vor lauter Gier vergessen haben das wir Menschen den Wald sehr wohl brauchen, unter anderem als Rückzugsort. Wer regelmäßig in der Natur ist stärkt sein Immunsystem, hat weniger Bluthochdruck und ist entspannter.

Hochsensibele Menschen können den Schmerz des Waldes fühlen, das habe ich selbst auch gefühlt. Auf dem zweiten Bild sieht man eine Gruppe von Fichten die gemeinsam umgestürzt waren, eine Meditation dort zu machen war sehr schwierig. Es war wohl am Samstag als die Fichten gefallen waren, insgesamt lagen dort 14 Stück. Ich nahm eine aufgewöhühlte Energie dort wahr. Ich war recht froh als ich dann ein Stück weiter gegangenbin und einen Streifen mit Birken gefunden habe.

Ich wünsche mir das der Harz wieder richtiger Urwald wird, auch wenn ich das vermutlich nicht mehr mit erleben werde. Wir uns bewusst sein, dass wir auf die Natur angewiesen sind. An dieser Stelle möchte ich auch noch mal darauf hinweisen:

Bitte nehmt euren verdammten Müll wieder mit!

Aber über dieses Thema werde ich mich in einem anderen Artikel auslassen.

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